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Der Bergfex aus Bremen

Jannis Braun, Leiter Content-Channels

Locker, laid-back und sportlich: Jene Eigenschaften, die Jannis seiner Wahlheimatstadt Innsbruck zuschreibt, beschreiben den 32-Jährigen auch selbst ganz gut. Die eigene Faszination für das Land nutzte der heimliche Geografie-Nerd, um die "Wunder Tirols" in Geschichten zu packen und der Welt zu erzählen. Vor kurzem hat er die Führung des Teams Channels übernommen, seine Begeisterung für gute Geschichten ist aber geblieben. Und so gibt es bis heute Hüttenwirte, die glauben, dass Jannis eigentlich ein Ur-Ötztaler ist, der aus Rücksicht seinen Mitmenschen gegenüber den Venter Dialekt gegen ein gepflegtes Bremer Hochdeutsch getauscht hat. 

Jannis Braun

Jannis Braun

Wohnort: Innsbruck / Wilten

  • Name

    Jannis Braun

  • Alter 

    32 Jahre

  • Hobbys

    Fast alles, was man in den Bergen machen kann: Bergsteigen, Mountainbiken, Rennradfahren, Langlaufen, Skitouren gehen; Außerdem: Basketball spielen, Lesen, Kulturveranstaltungen besuchen, geografische Karten studieren, Essen, Fotografieren

  • Das mag ich an Tirol

    die sportlich entspannte Mentalität der Menschen, die hohe Lebensqualität, das große Freizeitangebot, den Kontrast aus Tradition und Moderne

  • Bei der Tirol Werbung seit

    2018

Jannis Braun

Jannis Braun

Wohnort: Innsbruck / Wilten

  • Name

    Jannis Braun

  • Alter 

    32 Jahre

  • Hobbys

    Fast alles, was man in den Bergen machen kann: Bergsteigen, Mountainbiken, Rennradfahren, Langlaufen, Skitouren gehen; Außerdem: Basketball spielen, Lesen, Kulturveranstaltungen besuchen, geografische Karten studieren, Essen, Fotografieren

  • Das mag ich an Tirol

    die sportlich entspannte Mentalität der Menschen, die hohe Lebensqualität, das große Freizeitangebot, den Kontrast aus Tradition und Moderne

  • Bei der Tirol Werbung seit

    2018

Was hat dich vor knapp fünf Jahren dazu bewogen, dich bei der Tirol Werbung zu bewerben?

Während meines Masterstudiums am MCI, hat uns Josef Margreiter (ehem. Geschäftsführer der Tirol Werbung, Anm.) in einem Seminar Praxiseinblicke in die Marke Tirol und das Destinationsmarketing gegeben. Sein Auftreten als Person hat mich sehr beeindruckt, außerdem hat er die Tirol Werbung als sehr bewerbenswertes Unternehmen präsentiert. Das war das eine. Der andere Grund war, dass ich das Gefühl hatte, dass ich hier meine private Leidenschaft für Bergsport gut mit dem Beruf verbinden kann. Und ich hatte die Möglichkeit, Innsbrucker zu sein (lacht).

Und haben sich die Hoffnungen bestätigt?

Ja, auf jeden Fall. Aufgabe in meiner alten Funktion war es ja unter anderem, Geschichten über Tirol zu entwickeln – da konnte ich meine Leidenschaft komplett ausleben. Man braucht dafür nämlich diese Faszination für die Bergwelt. Dass die Tirol Werbung ein Unternehmen ist, in dem man sich weiterentwickeln kann, hat sich auch bestätigt. Und wenn ich heute jemandem erzähle, dass ich bei der Tirol Werbung arbeite, hat das immer noch den gleichen Effekt: ‚Boah krass, ich hab gehört, das soll voll geil sein“.

Man hört an deiner sprachlichen Färbung, dass du nicht ursprünglich aus Tirol bist, sondern aus Deutschland. Wie hat es dich denn hierher verschlagen?

Deutschland? Ich komme eigentlich aus Vent im Ötztal. Meinen Dialekt würde aber keiner verstehen, darum rede ich immer Hochdeutsch (schmunzelt).

Wirklich?

(lacht). Nein, das erzähle ich immer, wenn ich mich meiner Herkunft „schäme“. Oft wird man ja zum Beispiel auf Berghütten als deutscher Tourist anders behandelt als Einheimische, dann erzähle ich diese Geschichte. Es gibt noch eine zweite Variante, bei der ich in Lans geboren bin, nach zwei Jahren mit meinen Eltern nach Deutschland ging und jetzt wieder zu meinen Wurzeln zurückgekehrt bin (lacht).

Und wie lautet die wahre Geschichte?

Ich war früher viel mit meiner Familie im Bergurlaub, darunter auch in Tirol. Nachdem ich meinen Bachelor in Bremen gemacht habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, meinen Lebensmittelpunkt woanders hinzusetzen. Ich hatte gerade mein Studium und eine Beziehung beendet, es war Zeit für einen Neuanfang. Ich hatte immer den Traum, nicht nur temporär in den Bergen zu sein, sondern auszuprobieren, da zu leben. Nach einem Praktikum in Oberstdorf habe ich mich für zwei Masterstudiengänge in Tirol beworben, unter anderem am MCI. Als ich dann zum ersten Mal in Innsbruck war, habe ich mich in die Stadt verliebt. Ich habe den Ort gefunden, wo ich nicht mehr wegwill. Ich könnte mir auch keinen Ort vorstellen, wo ich glücklicher bin oder mich mehr zuhause fühle.

Wenn du Bremen und Innsbruck vergleichst – wo liegen denn die größten Unterschiede?

Einmal in der Mentalität. Ich habe das Gefühl, hier ist das Leben entspannter als in Bremen – mehr „laid back“. Auch das Freizeitangebot ist viel größer: Hier habe ich Freizeitstress, in Bremen wüsste ich oft nicht, was ich in der Freizeit machen sollte. Dafür ist Bremen viel mehr Multikulti, es gibt mehr Subkulturen. Ich bin auch froh darüber, in Bremen aufgewachsen zu sein, in einem sehr internationalen Umfeld. Dadurch habe ich eine liberale, weltoffene Einstellung bekommen. Wenn mir jemand sagt, die „Bögen“ in Innsbruck sind gefährlich – darüber muss ich dann ehrlich gesagt ein bisschen lachen (schmunzelt).

Jannis Braun, laid back
Als "laid back" bezeichnet Jannis die Mentalität in Innsbruck. Eine Eigenschaft, die wohl auch ihn selbst ganz gut beschreibt. © privat

Du hast vor kurzem die Teamleitung für ein neues Team in der Tirol Werbung übernommen. Was hat dich dazu bewogen, dich dafür zu bewerben?

Zwei Aspekte: Nach vier Jahren im Unternehmen war es nicht leicht, mich zu entscheiden, ob ich mich wirklich bewerbe. Ich habe es geliebt, inhaltlich für Website, Newsletter und Magazin zuständig zu sein und mir Geschichten zu überlegen. Mir war klar, wenn ich mich bewerbe, kann ich das in dem Ausmaß nicht mehr machen. Aber: Auch wenn jede Geschichte für sich immer wieder neu ist, ist in meine Arbeit trotzdem eine Routine reingekommen. Ich hatte das Bedürfnis, etwas Neues zu lernen und mich weiterzuentwickeln.

Außerdem hat uns Eckard (ehem. Teamleiter, Anm.) gut reingeführt, Verantwortung zu übernehmen. Als sogenannter „Senior“ hatte ich zwar keine Führungs-, aber Fachverantwortung. Darum hatte ich das Gefühl, dass mir das liegen könnte.

Diese Kombi hat mich dazu bewegt.

Wie geht es dir in deiner neuen Rolle?

Ich komme aus dem Basketball und da gibt es den Begriff der „Rookie-Wall“. Das heißt: In der Anfangsphase der ersten Profisaison läuft für Neulinge alles super. Irgendwann stoßen sie aber an die Rookie-Wall. So ging es mir auch: Nach ein paar Wochen habe ich dann schon gemerkt: Der Übergang in die neue Rolle ist schon herausfordernd. Man muss erstmal reinwachsen. Vorher war ich nach der Arbeit nie mehr kaputt, jetzt in den ersten Wochen war ich öfter kaputt. Es ist einfach die Verantwortung, die man trägt: An einer Entscheidung die ich treffe, hängt nicht mehr eine Geschichte sondern Menschen – das ist ein großer Unterschied. Aber die neue Herausforderung ist total spannend, ich finde die Phase voll cool und entwickle mich persönlich total weiter. Man reflektiert sich selbst noch viel mehr. Ich kann es jedem nur empfehlen, sich aus seiner Routine rauszuholen.

Mit welchen drei Eigenschaften würdest du dich selbst beschreiben?

(Überlegt). Ich glaube, ich habe eine coole Balance zwischen Professionalität und Lockerheit – das ist mir auch wichtig. Ich bin lustig. Und ich kann mich ganz gut in die Probleme und Bedürfnisse anderer Menschen reinversetzen. Das hilft mir im neuen Job sehr.

Jannis Braun, Ötztaler
Neuen Herausforderungen stellt sich Jannis beruflich wie auch privat gerne - egal ob es um die Bewerbung als Teamleiter oder die Teilnahme beim Ötztaler Radmarathon geht. © privat

Du bist privat sehr sportlich und viel in den Bergen unterwegs. Was bedeuten die Berge für dich?

Freiheit und Lebendigkeit. Die Berge sind für mich ein Raum, wo ich wachsen kann, mich selber neu herausfordern kann und wo ich mit Menschen zusammenkomme, welche dieselben Interessen teilen. Die Berge hatten aber schon verschiedene Rollen für mich: Sie sind auch Trainingsort und ein Ort wo ich mein Nerd-Sein – also meine Begeisterung für Karten und Geografie ausleben kann. Als ich noch in Bremen gelebt habe, waren die Berge für mich auch Fluchtort. Gerade in Teenagerjahren gibt es auch schwere Phasen und da habe ich mich dann in Karten und Bergbücher verloren. So ist meine Leidenschaft entstanden.

Nach sportlicher Betätigung braucht es auch etwas Anständiges zu Essen. Was isst du am liebsten?

Früher waren es Kaspressknödel, aber seit ich gelernt habe, die selbst zu kochen, haben sie ihre Faszination verloren (lacht).  Darum würde ich sagen: Kinderriegel.

Und was landet niemals auf dem Teller?

Meeresfrüchte. Da habe ich nämlich ein Kindheitstrauma, als ich gezwungen war, irgendwelche Riesenmeereswürmer auf einer Hochzeit zu kosten. Da fand ich die Konsistenz so ekelhaft, dass ich nie mehr Meeresfrüchte gegessen habe (lacht).

31.08.2022

Jannis Braun, Kaspressknödel
Auch wenn sie etwas an Zauber verloren haben, seit er sie selbst kochen kann: Kaspressknödel zählen zu Jannis' Lieblingsgerichten. Meeresfrüchte dagegen eher weniger. © privat
Jannis Braun, Familie
Zwar hat sich Jannis sofort in Innsbruck verliebt, seine Familie in Bremen vermisst er aber dann doch immer wieder. Darum dürfen Heimatbesuche nicht fehlen. © privat
Jannis Braun, Schwammerl
Für Blödsinn und gute Geschichten ist Jannis immer zu haben. Und mit der Kopfbedeckung nimmt man ihn seine Tiroler Wurzeln doch glatt ab. © privat
Jannis Braun, Berge
Die Liebe zu den Bergen hat Jannis von Bremen in die Berge verschlagen: "Ich war am Anfang fast überfordert mit so vielen Möglichkeiten zum Bergsteigen".

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